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Am 27. April
1902 wurde die Ernennung des Tischlermeister Otto Wasmann als
Brandmeister und des Landwirt Louis Kesten als stellvertretender
Brandmeister vom Landrat Hans von Stockhausen bestätigt.

Voraus gegangen war am 9. April 1902 durch
Gemeinde-Versammlungsbeschluss die Gründung einer Pflichtfeuerwehr.

Am 29. Januar 1938 fand die Gründungsversammlung der
Freiwilligen Feuerwehr Bonaforth e.V. statt. Am 14. März 1938 wurde die
Feuerwehr als Verein in das Vereinsregister des Amtsgerichts
eingetragen.

(Abschrift der Anwesenheitsliste der Gründungsversammlung)
Schon 1939 wurde der Verein durch Gesetz aufgelöst. Während der
Kriegsjahre existierte eine Pflichtfeuerwehr als Feuerlöschpolizei. Nach
dem Krieg wurde auf Befehl der Besatzungsverwaltung die Feuerwehr als
Pflichtfeuerwehr weiter geführt.

(Bei der Feuerlöschpolizei herrschte Dienstpflicht!)
Die Feuerwehr war über Jahrzehnte im alten Spritzenhaus an der
Bonaforther Straße unterhalb des Eisenbahntunnels untergebracht. Anfangs
verfügte die Feuerwehr über eine Handspritze, die bis nach 1945 zum
Einsatz kam. Für den Transport der nötigen Schläuche und Strahlrohre
diente ein Handwagen.
Das Spritzenhaus war bis 1970 Domizil der Feuerwehr.
Danach zog die Feuerwehr in das neue Feuerwehrgerätehaus im
Dorfgemeinschaftshaus um.

(Altes Spritzenhaus)
Gegen Kriegsende brannten insgesamt vier Wohnhäuser durch Beschuss
komplett ab. Die vorhandene Handspritze kam wegen der nächtlichen
Ausgangssperre nicht zum Einsatz.
Ihre erste Motorspritze bekam die Feuerwehr nach dem Krieg.
Abgesehen von einigen Kleinbränden rückte die Feuerwehr im Jahr 1948 zu
einem Großbrand aus.
Der Dachstuhl des Bahnhauses in der Löwenau war in Brand geraten. Da die
Löschwasserversorgung nicht ausreichend war, stellte die Deutsche
Bundesbahn einen Kesselwagenzug mit Löschwasser bereit.

(Feuerwehr und Handwagen etwa 1955)

(Prospekt der Firma Bachert / TSA)
Anfang der 50er Jahre wurde ein Tragkraftspritzenanhänger für 2650,- DM
beschafft. Dieser Anhänger war neben der Tragkraftspritze vollständig
für eine Löschgruppe ausgerüstet. Der Anhänger wurde über kurze
Entfernungen im Mannschaftszug bewegt, bei Einsätze mit einem Traktor.
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In den 60er Jahren musste die Feuerwehr zu einem weiteren Großbrand
ausrücken. Im Bereich der Ziegelei waren die Holzaufbauten vom
Trockengerüst in Brand geraten.
Durch die kalten und langen Winter in den 60er Jahren musste die
Feuerwehr die Bachdurchfahrt zum Kuhbusch durch regelmäßige Einsätze
bearbeiten, um die kleine Fußgängerbrücke vor dem Eis zu schützen.
(Fußgängerbrücke über den Steinbach)
Im Jahr 1965 zog ein schweres Unwetter über den Altkreis Münden. Durch
die gewaltigen Wassermassen im Steinbach wurde die Fußgängerbrücke
weggerissen. Die angrenzende Bäckerei musste mit Sandsäcken geschützt
werden.
1970 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet.
Mit Fertigstellung des Dorfgemeinschaftshauses begann
für die Feuerwehr eine neue Zeitrechnung. Am 1. Januar 1970 wurde das
DGH eingeweiht und die Feuerwehr konnte danach in ihre neuen Räume
einziehen. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Diskussionen über die
Beschaffung eines Fahrzeuges geführt. Durch die Gebietsreform im
November 1972 gehört Bonaforth nun zur Stadt Hann. Münden. Die
Ortsfeuerwehren unterstehen dem Stadtbrandmeister. 1973 wurde das
Löschgruppenfahrzeug LF8 angeschafft und 1977 mit drei Atemschutzgeräten
ausgestattet.
1979 sorgt ein etwas ungewöhnlicher Einsatz für Schlagzeilen:
Schneelawine verschüttet Tür - Feuerwehr hilft.
Der Sirenenalarm morgens um 6.00 Uhr, der die Feuerwehrleute aus dem
Bett riss, galt einer Schneelawine, die sich vom Dach eines Hauses in
der Bonaforther Straße direkt vor die Haustür und auf ein Vordach ergoss
und einen Rentner vorübergehend im Haus eingeschlossen hatte. Als Der
Dachstuhl unter der noch aufliegenden Last zu knistern begann, wurde es
dem Rentner mulmig und er alarmierte die Polizei. Nach einstündiger
Arbeit hatten die Feuerwehrkameraden die Haustür und das Vordach von den
Schneemassen befreit.
Der größte Brand seit Bestehen der Feuerwehr war im November 1991. In
einer Lagerhalle der in Konkurs gegangenen West Zell waren
Zelluloserollen in Brand geraten. Fast 80 Feuerwehrleute aus
verschiedenen Ortsfeuerwehren der Stadt Hann. Münden brauchten 5
Stunden, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Nach insgesamt drei
Tagen waren die betroffenen Lagerhallen ausgeräumt und die schwellenden
Zellstoffballen abgelöscht. Der Sachschaden wurde damals auf rund eine
Million DM beziffert.

(Brand in der Lagerhalle der Westzell 1991)
Verbunden mit dem Bau der ICE-Schnellfahrtrasse kam auf die
Ortsfeuerwehr eine neue Aufgabe zu. Seit Oktober 1991 muss sich die
Ortsfeuerwehr neben anderen Feuerwehren aus Hann. Münden und Staufenberg
mit der Problematik des Tunnelrettungszuges der Bundesbahn vertraut
machen. Der Rettungszug besteht aus mehreren gelb lackierten
Eisenbahnwaggons und zwei Dieselloks. Er hat eine Länge von mehr als 150
m. Rund 17 Millionen hat sich die Bahn den Rettungszug kosten lassen.
Im Mai 1992 richtete die Ortsfeuerwehr erstmals die Leistungswettbewerbe
der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Hann. Münden aus.
1993 wurde die Ortsfeuerwehr zu einem nicht alltäglichen Einsatz
gerufen. Ein PKW, abgestellt in der Straße "An der Ziegelhütte" machte
sich selbständig und rollte in die Fulda. Beim Eintreffen der Feuerwehr
war der PKW bereits vollgelaufen und sank auf den Grund der Fulda. Die
ebenfalls alarmierte Schwerpunktfeuerwehr Münden konnte mit ihrem Boot
den Standort des PKW unter Wasser feststellen und für die Bergung
markieren.
Das Hochwasser am 24.1. 1995 blieb auch in Bonaforth nicht ohne Folgen.
Ein Keller drohte Vollzulaufen. Sandsäcke am Kellereingang konnten dies
verhindern.
Im Jahr 1992 beantragte Umbauarbeiten im Feuerwehrgerätehaus konnten
1994 in Angriff genommen werden. Das Feuerwehrgerätehaus wurde in fast
dreijähriger Bauzeit in Eigenleistung umgebaut. Neben dem Einbau neuer
Toiletten für Damen und Herren musste das Gemeindebüro verlegt werden.
Der Unterrichtsraum wurde neu gestaltet und eine Teeküche eingebaut. Ein
Raum für die Jugendfeuerwehr wurde eingerichtet. In der Fahrzeughalle
wurde der Fußboden verfliest und eine Stiefelwaschanlage wurde
eingebaut.
Insgesamt wurden von den Feuerwehrkameraden 1600 Arbeitsstunden
geleistet.

(Bauzeichnung zum Umbau Feuerwehrgerätehaus)
Zu einem Wohnungsbrand in der Bonaforther Straße musste die
Ortsfeuerwehr am 24. April 1998 ausrücken. Durch eine Ölofen- Explosion
entstand ein Brand im Erdgeschoss des Hauses und dieser breitete sich
schnell über das Treppenhaus aus. Insgesamt waren 28 Feuerwehrleute im
Einsatz. Nach einer halben Stunde war der Brand unter Kontrolle.
Am 5. Juni 2000 suchte ein Unwetter Bonaforth heim. Ein Sturm riss etwa
50 Obstbäume und ebensoviel Nadelbäume um. Die Feuerwehr musste in
mehreren Gruppen die umgestürzten Bäume von den Straßen räumen.
Am 19. September 2000 musste die Feuerwehr Bonaforth zu ihren bislang
tragischsten Unfall. Auf der B 496 war ein Pkw auf die Gegenfahrbahn
geraten und gegen einen LKW geprallt. Eine Person starb am Unfallort,
eine Person später im Krankenhaus. Zum
bislang größten Einsatz für unsere Feuerwehren wurden wir am 4.Mai 2008
gerufen. In Hann. Münden brannten zeitgleich 2 Häuser, eins in der
Mühlenstraße, das andere in der Langen Straße.

 (Photo Burkhardt) |
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